Korea 01Unter dem Kaiser der ersten Qin Dynastie 8221-210 v. Chr.) wurde das Ringen offiziell zum Sport und Bestandteil festlicher Anlässe bestimmt, wohingegen während der frühen Han Dynastie (201 v. Chr. - 24 n. Chr.) das Boxen als eine von mehreren militärischen Fähigkeiten kategorisiert wurde, unter denen sich auch  eine Art Fußball fand, "... um Hand- u d Beinbewegungen zu üben, den Gebrauch von Waffen zu erleichtern und den Weg zum Sieg in Verteidigung oder Angriff zu ebnen" (Chen, 1977: 2961; Gu, 1987: 205). Diese Art Fußball wurde auch von den Koreanern während der Zeit der drei Königreiche (Samguk 57-668) übernommen, deren Anfänge auf das Ende der frühen Hanperiode zurückgehen (No, 1974: 147-158).

Im größten Teil der englischen und koreanischen Populärliteratur, die dieses Thema behandelt, werden als älteste Beweistücke für die Existenz einer koreanischen Form des Boxens in der großen Zeitspanne zwischen den frühen Höhlenmalereien und den Berichten über die Kofyo Zeit (weit über 1000 Jahre) die steinernen Wächterstatuen am Eingang der buddhistischen Sokkuram Korea 02Grotte angegeben, deren Ursprünge bis in das vereinigte Silla (T´ong-il Silla) (Mitte 8. Jahrhundert) zurückreichen. Der Stil, in dem diese Wächter modelliert sind, ist dem der damaligen Tang-Dynastie (618-709) in China ähnlich, wo sie höchstwahrscheinlich auch erschaffen wurden. Sogar einige angesehene koreanische Quellen nennen diese Satuen "Ringer" anstatt "Boxer", doch am häufigsten werden sie als "starke Männer" bezeichnet (äLishi auf Chinesisch, oder Ryuksa auf Koreanisch) (Kim, 1987: 15-16; Ministry, 1956: 194-95).

Einige Autoren neigen dazu, zu viel in die Haltungen der Statuen hinein zu interpretieren, die man zwar tatsächlich als Formen des chinesischen Boxens ansehen kann, aber in erster Linie symbolisch sind. Das chinesische Schriftzeichen für "Faust" bedeutete gleichzeitig "Stärke" (Quan auch Chinesisch, Kwon auf Koreanisch), bezog sich bis zur Südlichen Song (Nan song) 81127-1279) aber nicht auf das Boxen in China. Mit Ausnahme einer einzigen Referenz auf eine chinesische Quelle im Illustrierten Handbuch der Kampfkünste (Muye Dobo Tongi 1790)Korea 03 gab es bis vor kurzem keinen Beweis dafür, dass das Schriftzeichen jemals auf das Boxen in Korea angewandt worden ist. Nichtsdestotrotz ist es fast sicher, dass das Boxen in Form von Subak während der Silla Zeit 8668-935) praktiziert wurde. Was die viel zitierten Kampfkunstpraktiken der Hwarang anbelangt, einer jungen, patriotischen "Bruderschaft" aus der Silla Zeit, haben wir wenig gesicherte Daten. Den Mitgliedern der Bruderschaft wird nachgesagt, sie hätten konfuzianische Werte und die "Sechs Künste" gelebt, die ursprünglich das Bogenschießen und das Wagenlenken beinhalteten. 

Vollständiger Artikel in cultura martialis Heft Nr. 6 

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